Fassade im Altbau dämmen: Verfahren und Dämmstoffe

Im Altbau dämmen Sie die Fassade meist von außen mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Dämmplatten aus EPS oder Steinwolle werden geklebt, gedübelt, armiert und verputzt. Dieser Beitrag zeigt, welche Verfahren und Dämmstoffe es gibt, worauf es bei der Ausführung ankommt und woraus sich die Kosten ergeben.
Welche Verfahren eignen sich, um die Fassade eines Altbaus zu dämmen?
Die häufigste Lösung ist die Außendämmung als Wärmedämmverbundsystem. Die Platten sitzen direkt auf dem Mauerwerk, darüber folgen Armierung und Putz. Wer den Altbau mit einer Fassadendämmung energetisch sanieren will, kommt damit meist am direktesten zum Ziel.
Alternativ gibt es die vorgehängte hinterlüftete Fassade. Dabei wird eine Unterkonstruktion montiert, dazwischen liegt der Dämmstoff, davor eine Verkleidung mit Luftschicht. Sie ist aufwendiger, eignet sich aber, wenn die Optik der Fassade sich ändern soll. Bei zweischaligem Mauerwerk kann eine Kerndämmung in den Hohlraum möglich sein; das klärt ein Fachbetrieb vor Ort.
Die Innendämmung ist der Ausweg, wenn außen nicht gedämmt werden kann, etwa bei erhaltenswerten Fassaden. Sie verkleinert die Räume leicht und verlangt sorgfältige Planung, weil Feuchte sonst in der Wand bleiben kann. Gerade hier sollten Sie nicht ohne Beratung arbeiten.
Den Aufbau eines WDVS bilden Klebemörtel, Dämmplatte, Dübel, Armierungsschicht mit Gewebe, Grundierung und Oberputz. Passende Dämmplatten finden Sie in der Kategorie Dämmstoffe für die Fassadendämmung.
Welcher Dämmstoff passt zum Altbau?
EPS, oft als Styropor bekannt, ist im WDVS weit verbreitet. Es ist leicht, gut zu verarbeiten und in vielen Stärken erhältlich. Als Variante gibt es Neopor, zum Beispiel als Neopor-Dämmplatte WLG 032 für das WDVS.
Steinwolle ist nichtbrennbar und dämmt zusätzlich den Schall. Sie bietet sich an, wo der Brandschutz im Vordergrund steht oder wo der Lärm von der Straße stört. Beschichtete Putzträgerplatten aus Steinwolle sind für das WDVS gedacht.
Holzfaser und Zellulose gelten als ökologische Alternativen, vor allem bei vorgehängten Konstruktionen oder Einblasdämmung. Sie unterscheiden sich im Aufbau und in der Verarbeitung deutlich von EPS, daher lohnt der Blick in die Herstellerangaben.
Entscheidend sind am Ende Wärmeleitfähigkeit (WLG), Brandschutzanforderung, Schallschutz, Budget und Untergrund. Wer eine Fassade im Altbau dämmen will, profitiert von einer kleineren WLG-Zahl: Sie bringt bessere Dämmwirkung bei gleicher Dicke, was bei begrenztem Platz, etwa an Dachüberständen und Laibungen, hilfreich sein kann.
Was muss die Wand vor dem Dämmen können?
Der Untergrund muss tragfähig, sauber und trocken sein. Lose Putzteile, Algen und Salzausblühungen müssen vor dem Kleben weg. Saugende Flächen werden grundiert, damit der Klebemörtel haftet, zum Beispiel mit einer lösemittelfreien Tiefengrundierung.
Der Ablauf beim WDVS folgt in der Regel dieser Reihenfolge: Sockelschiene setzen, Platten im Verband kleben, nach dem Abbinden dübeln, Armierungsmörtel mit Gewebe aufziehen, grundieren, Oberputz auftragen. Maßgeblich sind dabei die Verarbeitungsrichtlinien des Systemherstellers. Fenster- und Eckbereiche bekommen Anputz- und Eckschutzprofile.
Bei Dübeln, Rondellen und Fräsern lohnt es, das Zubehör aufeinander abzustimmen. Eine Übersicht bietet die Seite zum WDVS-Zubehör.
Der Altbau bringt Besonderheiten mit: unebene Wände, alte Anstriche, Risse. Ob Ausgleich, Sanierung der Risse oder eine Dübelprüfung nötig ist, hängt vom Mauerwerk ab. Im Zweifel hilft ein Energieberater oder ein Fachbetrieb.
Wärmebrücken und typische Fehler im Altbau vermeiden
Wärmebrücken entstehen dort, wo die Dämmung unterbrochen ist: an Fensterlaibungen, Rollladenkästen, Balkonplatten, Dachanschlüssen und am Sockel. Dort kühlt die Wand aus, Feuchte schlägt sich nieder, Schimmel kann folgen. Prüfen Sie vor dem Start diese Punkte:
- Sind alle Anschlüsse (Fenster, Dach, Sockel) in der Planung berücksichtigt?
- Ist der Untergrund tragfähig, trocken und sauber?
- Passen Dämmstoff, Dübel und Putzsystem zusammen?
- Wer prüft Ecken, Laibungen und Durchdringungen vor dem Putzen?
- Ist ein Energieberater oder Fachbetrieb für die Planung eingebunden?
Häufige Mängel sind Fugen zwischen den Platten, die nicht geschlossen sind, zu wenige oder falsche Dübel, fehlendes Armierungsgewebe an Ecken und ein ungeeigneter Putz. Kanten schützt eine Eckschutzschiene mit Gewebe für das WDVS.
Auch das Armierungsgewebe ist wichtig, denn es verhindert Risse im Putz. Ein Beispiel ist das Glasfaser-Armierungsgewebe für das WDVS.
Bei Innendämmung steigt das Schimmelrisiko, wenn Anschlüsse nicht stimmen. Lassen Sie das vorher berechnen.
Wie setzen sich die Kosten zusammen?
Die Kosten hängen vor allem von der Fassadenfläche, der Dämmstärke, dem Dämmstoff und dem Zustand des Untergrunds ab. Dazu kommen Gerüst, Zubehör, Putz und Anstrich sowie die Arbeitsleistung, falls Sie einen Betrieb beauftragen.
Eine einfache Rechnung: Fläche in m² mal Preis je m² für Dämmplatte und Zubehör, plus Gerüst und Putzarbeiten. Beim Vergleich von Angeboten sollten Sie darauf achten, dass dieselbe Dämmstärke, dieselbe WLG und derselbe Putzaufbau angeboten werden.
Wer selbst arbeitet, spart Lohnkosten, braucht aber Zeit, Erfahrung und ein Gerüst. Bei großen Flächen und schwierigen Anschlüssen lohnt die Ausführung durch einen Fachbetrieb.
Komplettpakete bündeln Platten und Zubehör. Als Einstieg dient die Seite zu den WDVS-Dämmpaketen und Komplettpaketen.
Wie viel Energie spart die Dämmung im Altbau?
Wie viel Heizenergie eine gedämmte Fassade tatsächlich spart, hängt von der Ausgangslage des Hauses, der Dämmstärke und der Ausführung ab. Informationen zu Anforderungen und Förderung finden Sie bei Zukunft Altbau; lassen Sie Ihren Fall von einem Energieberater prüfen.
Passend dazu in unserem Shop
- Neopor-Dämmplatten für das WDVS: EPS-Platten für die Fassadendämmung.
- Dämmstoffe im Überblick: Übersicht über EPS, XPS und Steinwolle.
Häufige Fragen
Kann ich die Fassade von innen dämmen statt von außen?
Grundsätzlich ja, die Innendämmung kommt vor allem infrage, wenn die Außenansicht erhalten bleiben soll. Sie verlangt eine genaue Planung der Anschlüsse, damit sich keine Feuchte in der Wand sammelt. Lassen Sie das von einem Energieberater prüfen.
Was ist bei denkmalgeschützten Fassaden zu beachten?
Hier ist die Außendämmung oft nicht erlaubt oder nur eingeschränkt möglich. Klären Sie das vorab mit der zuständigen Denkmalbehörde, bevor Sie Material bestellen.
Welcher Dämmstoff ist für meinen Altbau die richtige Wahl?
Das hängt von Brandschutz, Schallschutz, Budget und Untergrund ab. EPS ist im WDVS weit verbreitet, Steinwolle ist nichtbrennbar und dämmt zusätzlich den Schall. Holzfaser und Zellulose kommen eher bei vorgehängten Konstruktionen infrage. Ein Energieberater hilft bei der Auswahl.
Dämmstoffe und WDVS-Zubehör für Ihr Dämmprojekt
Wer im Altbau die Fassade dämmen möchte, findet bei uns Dämmstoffe wie EPS, XPS und Steinwolle sowie WDVS-Komplettpakete und Zubehör. Das Sortiment richtet sich an Profis und Heimwerker. Bei uns gilt die Bestpreisgarantie, und bei dringenden Anfragen erreichen Sie unsere 24-Stunden-Hotline.
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